Anavar (Oxandrolon)

Von Alex Maier. Update 24/10/2012

Oxandrolon ist ein anabol androgenes Steroid, welches 1964 vom Pharmahersteller Searle unter dem Markennamen Anavar vertrieben wurde. Die Zielsetzung bei der Entwicklung von Anavar, war eine anaboles Steroid mit einer sehr niedrigen androgenen Komponente. Verglichen mit Methyltestosteron beträgt die androgene Wirkung von Oxandrolon nur ca. 25%. Dies liegt vorallem daran, dass Oxandrolon ein Dihydrotestosteron Derivat, dass vom 5-alpha-Reduktase Enzym nicht mehr in androgen wirkendes DHT umgewandelt werden kann. Die androgene Wirkung ist so gering, dass es sogar Anwendung fand bei Kindern zur Förderung des Wachstums und bei Frauen zur Behandlung der Osteoporose. Es ist tatsächlich das einzige anabole Steroid, dass bei Kindern nicht negativ auf das Längenwachstum wirkt. Ender der Achtziger Jahre wurde Anavar vom Markt genommen, da die Verkaufszahlen zurück gingen. Das änderte sich vor einigen Jahren als man erkannte, dass Oxandrolon bei AIDS helfen kann und die Produktion wurde daher wieder aufgenommen.

Wie viele andere Dihydrotestosteron-Derivate ist Oxandrolon durch eine 17-alpha-Alkylierung oral verfügbar. Interessanterweise ist trotzdem die Leberbelastung für orale Steroide sehr gering. Bei einer Studie wurde die Leberbelastung unterschiedlicher 17-alpha-alkylierter Steroide wie Methyltestosteron, Fluoxymesteron (Halotestin) und Methandriol mit der von Oxandrolon verglichen. Die Leberbelastung von Oxandrolon war dabei die geringste. Die Leberbelastung war 72 % geringer als bei Halotestin. Auch im Beipackzettel des Herstellers wird erwähnt, dass selbst bei mehrmonatiger Anwendung die Leberfunktion pracktisch nicht negativ belastet wird.

Strukturbedingt kann Oxandrolon nicht aromatisiert, also vom Aromatase-Enzym in Östrogen umgewandelt werden. Daher sind östrogenbedingte Nebenwirkungen, wie Wassereinlagerungen, erhöhter Blutdruck und Gynäkomastie kein Problem bei der Anwendung von Oxandrolon.

Obwohl Oxandrolon ein anabol androgenes Steroid ist, ist die androgene Wirkung so schwach, dass es nur zu sehr milden androgenbedingten Nebenwirkungen. Es wird daher gerne von Frauen eingesetzt, da nur eine geringe Gefahr von Vermännlichungs Erscheinungen besteht. Bei Frauen ist die Dosierung 5 bis 25 mg Oxandrolon pro Tag.

Oxandrolon ist ein sehr nebenwirkungsarmes Steroid, dass selbst bei hohen Dosierung bis zu 80 mg nur sehr wenige Nebenwirkungen hat.

Durch die geringe androgene Wirkung und keine Konvertierung zu Östrogen, wirkt Oxandrolon auch nur sehr gering auf die körpereigene Testosteron Produktion. Die negative Rückkopplung wird bei anderen Steroiden durch eine grosse Menge an androgener Wirkstoffe verursacht oder einen hohen Östrogenspiegel. Da beides bei Oxandrolon nicht gegeben ist, ist bei moderaten Dosierungen die negative Wirkung sehr gering. Bei hohen und sehr hohen Dosierungen wird aber dann die androgene Komponente deutlich verstärkt und somit kommt es auch zu einer Absenkung der körpereigenen Testosteronproduktion.

In der Wettkampfvorbereitung und während Diäten wird Oxandrolon auch gerne eingesetzt, da es die Kraft steigert und die Muskulatur trockener und somit härter wird, da es durch die fehlende Aromatase zu keiner Wasseransammlung kommt. In diesen Phasen wird Oxandrolon in Dosierungen von 15 bis 25 mg angewendet und gerne mit anderen nicht aromatisierenden Steroiden, wie Primobolan (Metenolon), Winstrol (Stanozolol), Halotestin und/oder Trenbolon kombiniert. Durch die Halbwertszeit von 8-12 Stunden erfolgt die Einnahme meistens zweimal täglich. Interessant ist zudem, dass in einigen Studien Oxandrolon den Körperfettanteil reduzieren kann und dass anscheinend sogar ohne sportliche Aktivität und bei Dosierungen von nur 20 mg Oxandrolon pro Tag.

Naheliegenderweise ist Oxandrolon nicht wirklich gut geeignet für den Aufbau von Muskelmasse, wie Testosteron, Dianabol oder Anapolon. Allerdings ist die mit Oxandrolon aufgebaute Muskulatur von hoher Qualität und nach dem Absetzen bleibt fast Alles erhalten. Für einen effektiven Muskelaufbau sollte Oxandrolon im Bereich von 20 – 100 mg dosiert werden.


Über den Autor des Beitrages Alex Maier


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